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Das jagdliche Brauchtum ist
so alt wie die Jagd selbst. Der Mensch der Steinzeit war vom Sammler zum
Jäger geworden. Die Jagd war im Paläolithikum Grundlage der menschlichen
Existenz. Ackerbau und Viehzucht waren noch nicht entwickelt. Hatte die
Horde Erfolg auf der Jagd, so war für alles gesorgt, denn das erbeutete
Wild lieferte nicht nur Nahrung, sondern auch Kleidung und Material für
die Herstellung der notwendigen Gebrauchsgegenstände in Form der Zähne,
Knochen und Geweihe, kurz, es lieferte alles, was der damalige Mensch
benötigte. Es ist sicher, dass die
Jagdausübung der Germanen von den Kelten beeinflusst worden ist. Die hohe
Auffassung vom Waidwerk, die die Kelten hatten, färbte auf andere Völker,
mit denen sie in Berührung kamen, ab. Die Jagd wurde immer mehr ein
ritterliches Vergnügen und als solches mit Bräuchen und Sitten, ja mit
Zeremonien umkleidet, deren genaue Kenntnis und Brauchtum für einen
richtigen Jäger erforderlich war. Das Rotwild, der "edele Hirsch", rückte
mit dem Aussterben des Großwildes immer mehr in den Vordergrund des
jagdlichen Interesses. Nähere Einzelheiten hierüber finden wir in den
leges barbarorum des frühen Mittelalters. In diesen werden auch die
Hunderassen geschildert, die in der damaligen Zeit zur Jagd benutzt
wurden. Eine große Rolle spielte der Leithund, der leitihund, "qui in
legamine praecedens sequentum hominem ducit": der, am Leitseil vorgehend,
den nachfolgenden Menschen führt. Die Leithund-Arbeit war also schon genau
bekannt. Außerdem werden der spurihunt und der triphunt erwähnt. Unter
spurihunt haben wir wohl ebenfalls einen am Riemen arbeitenden Leithund zu
verstehen. Mit der Einrichtung der Bannforste im 8. bis 14. Jahrhundert fiel das Jagdrecht in weiten Gebieten den Königen zu, um später größtenteils auf die zahlreichen geistlichen und weltlichen Fürsten überzugehen. Soweit schon ein Eigentum an Grund und Boden entstanden war, bedingt dies doch noch kein Jagdrecht des Eigentümers auf seinen Ländereien. Im Zuge der angedeuteten Entwicklung wurde ihm jenes Recht in zunehmendem Umfang genommen, was gewöhnlich mit einer Beschränkung sonstiger Nutzungsrechte verbunden war. Karl der Große hatte im sog. Brühl bei Aachen bereits einen ausgedehnten Wildpark und die Jagdbräuche, die gepflegt wurden, beeinflussten die gesamte Jagdausübung der damaligen Zeit. Zweifellos waren diese Bräuche und Sitten größtenteils gallischen Ursprungs; so wie die Kelten die Jagdgebräuche der Germanen beeinflussten, so wirkt der gallisch-romanische Einfluss auf die Jagd in Deutschland bis ins 18. Jahrhundert. Ein Brauchtum besonderer Art gibt es bei der Beizjagd, d.h. das Jagen mit "abgetragenen" Greifvögeln, vor allem Falken und Habichten. Diese individuelle Form der Jagdtechnik existierte bereits vor Bildung des griechisch-römischen Kulturkreises im Orient. Allerdings haben Griechen und Römer keine Falkenjagd betrieben (K. Lindner). Zu einer hoch entwickelten Kunst ist die Beizjagd in der Zeit des glückhaften Kaisers Friedrich II. (um 1200) betrieben worden. Als Zeugnis ist sein berühmtes Buch "De arte venandi cum avibus" (Von der Kunst der Jagd mit Greifvögeln) erhalten. Mit neuen Errungenschaften wurde die Beizjagd verfeinert und hat dann mit Kaiser Maximilian I. (um 1500) eine außergewöhnliche Blütezeit erlebt. Das Brauchtum mit ausgeklügelten Raffinessen war hochinteressant und lebt noch heute unter den Falknern, die sich im "Deutschen Falkenorden" (DFO) zusammengeschlossen haben, fort. Einstige Jägerausbildung (TOP) Ein Lehrling, der die Jägerei erlernen wollte, musste drei "Behänge" oder Lehrjahre aushalten, bevor er wehrhaft gemacht wurde, d.h. den Hirschfänger und den Lehrabschied erhielt. Im ersten "Behang" wurde der Jägerjunge auch Hundejunge genannt, seine Tätigkeit bestand in erster Linie in der Pflege und Fütterung der Hunde, insbesondere der Leithunde. Im zweiten Jahr hieß er Lehrbursche und durfte bereits das Jagdhorn an der Hornfessel tragen, was ihm im ersten Jahr nicht erlaubt war. Er wurde nun von seinem Lehrherrn, dem sog. Lehrprinz, in allen waidmännischen Gebräuchen und in allen Zweigen der Jagd ausgebildet, dadurch wurde er hirschgerecht. Aber auch in forstlichen Fragen sollte er sich belernen, um so holzgerecht zu werden. Durch die Abführung des Leithundes und das Dressieren der Jagdhunde wurde er hundgerecht. Auch das Schießen musste fleißig geübt werden, damit er schießgerecht wurde. Aber dass es auf das Schießen nicht allein ankam, wurde auch schon damals betont: "Denn wenn einer noch so gut schießen kann, versteht aber sonst nicht viel, so heißt er zwar Schütze, aber noch kein Jäger." Im dritten Jahr seiner Ausbildung wurde der Lehrling Jägerbursche genannt, und nach Beendigung der drei Behänge wurde er feierlich wehrhaft gemacht. Der Lehrprinz lud zu dieser Zeremonie seine Nachbarn und Freunde ein. Mit einer feierlichen Ansprache des Lehrprinzen an den Jägerburschen, der zur linken Hand seines Lehrherrn, mit Hornfessel und Hirschfängergurt angetan, stand, begann der Akt. Dann nahm der Lehrprinz mit der linken Hand den vor ihm liegenden Hirschfänger und hielt ihn vor sich, mit der rechten Hand gab er dem Jägerburschen eine Ohrfeige und sprach dabei: "Dies leidest du jetzt von mir, und hinfort nicht mehr, weder von mir noch von einem andern!" Alsdann wurde der Hirschfänger feierlich überreicht "nicht zu dem Ende, dass du es zu unnützen Händeln und Ungelegenheiten, sondern wozu es eigentlich gemacht, was vernünftig, redlich und rühmlich ist, nämlich zur Ehre der löblichen edlen Jägerey, seines künftigen Herrn, zur Beschützung seines und deines ehrlichen Namens, Leib und Lebens, am meisten aber auf Jagden führest und gebrauchest!" Alsdann wurde dem Jägerburschen der Lehrabschied überreicht oder auch nur gezeigt und am nächsten Morgen zugestellt; dieser Brauch ist wohl so zu erklären, dass man befürchtete, der neu gebackene hirsch- und holzgerechte Jäger könnte bei dem nun folgenden Examenstrunk seinen Lehrabschied, der für ihn ein wichtiges Dokument war, einbüßen. Der Jägerbursche steckte alsdann den Hirschfänger zu sich, bedankte sich in wohlgesetzter Rede, und die Anwesenden stießen in ihre Hifthörner, wünschten ihm Waidmannsheil und erkannten ihn als Kameraden an. Zahlreiche Trinksitten der Jäger haben sich bis heute erhalten. Der von der Jagd heimkehrende Jäger hatte nicht nur Hunger, wie uns in der Bibel von Esau berichtet wird, sondern vor allem großen Durst. So war es bei vielen Gelegenheiten üblich, dass die gesamte Jägerei aus einem großen Humpen trank, der reihum ging. Bei der Wehrhaftmachung des hirsch- und holzgerechten Jägers wurde ihm der Willkommenstrunk geboten. Nach größeren Jagden gab es festliche Schmäuse, bei denen nicht wenig getrunken wurde. Flemming erzählt uns, dass die Jagdburschen bei solchem Mahle den Willkommenstrunk dem Oberjägermeister brachten, der ihn dann dem Jagdherrn feierlich kredenzte. Sobald der Jagdherr trank, wurde von der ganzen Jägerei auf den Flügel- und Hifthörnern geblasen und dazu ein "Weydgeschrey" gemacht. Weiter heißt es bei Flemming: "bey solcher angestellter Herrschaftlicher Lust wird es niemahlen sonderlich wegen Bier und Wein so genau genommen, welches der Herrschaft zu hohen Ehren gereichet, und kann ein Jeder bey solcher Lust ein klein Räuschgen trinken." Daß die damaligen Sitten auch sonst nicht ganz milde waren, erfahren wir aus der Bemerkung: "Findet sich auch etwan unter den Zuschauern (nämlich des Jagdfestes) ungefähr ein schönes Kleppel- oder Grasse-Mädchen, da siehets umb die Jungfernschaft gefährlich aus und kan so genau nicht hergeben...". Ein uralter Brauch war das Jägerrecht. Man entschied das Große und das Kleine Jägerrecht. Die Jäger erhielten ursprünglich ihren Lohn in Naturalien. Diese bestanden in erster Linie in Teilen des erlegten Wildes. In den einzelnen Gegenden wurde das Jägerrecht verschieden gehandhabt. Im allgemeinen gehörten zum Großen Jägerrecht das Haupt, der Hals mit dem Vorschlag bis zur dritten Rippe, die Haut, das Geräusch, also Lunge, Herz, Leber, Nieren, der Mehr- oder Lungenbraten und das Feist. Vielfach wurde das Große Jägerrecht auf die Jägerei aufgeteilt, so daß die leitenden Jäger bis herauf zum Oberjägermeister einen bestimmten Anteil am Jägerrecht erhielten. Außer diesem Jägerrecht erhielten die Jäger je nach den Umständen und Verhältnissen pro Jahr mehrere Stücke Wild als Deputat. So bekamen in Tirol die Hilfsjäger jährlich zwei Gamsböcke, die so genannten "Hosengams", weil sich aus der Decke die kurzledernen Hosen machen ließen. Auch Fallwild und vor allem gerissenes Wild stand den Jägern zu. Die Bräuche, die sich bei den Prunkjagden des 18. Jahrhunderts herausbildeten, waren mehr ein höfisches Zeremoniell als eigentliches jagdliches Brauchtum. Die höfischen Jagdfeste, bei denen Hunderte von Menschen und Pferden mitwirkten, bei denen ein unerhörter Aufwand von Kostümen aller Art, bei denen Mummenschanz und allerhand Allotria getrieben wurden, waren keine Jagden mehr, sondern Ausfluss eines barocken Feudalismus, der mit der Französischen Revolution sein Ende fand. Besondere Pflege erfuhr das jagdliche Brauchtum an den Jägerhöfen. Schon frühzeitig stellte es sich als zweckmäßig heraus, die Jäger, die Hunde, die Falken, das Jagdzeug, die Netze und alles, was zur damaligen Jagd gehörte, in besonderen Gebäuden und Gehöften unterzubringen, um alles beieinander zu haben. Der Jägerhof unterstand einem Oberjägermeister oder Pürschemeister. Das Zusammenleben der Jäger im Jägerhof förderte naturgemäß ihr Standesbewusstsein, und die "Grüne Gilde" pflegte gemeinsam Jagdsitten und Bräuche. Die Jagd oder das Waidwerk
ist edel und galt als adelig oder hohes Vergnügen. Der Jäger oder Waidmann
zieht zur Jagd aus oder geht zur Jagd. Er führt als Gewehr Büchse, Flinte,
Drilling, Doppelbüchse usw., sein Gewehr hat Brand, wenn es eine gut
tötende Wirkung hat. Als blanke Waffen führt er die Saufeder, das
Waidblatt, den Hirschfänger, das Waidmesser, den Nicker oder Knicker. Mit
dem Waidmesser schärft er auf oder ab und nickt ein Stück Rehwild ab. Mit
den übrigen blanken Waffen fängt er ab, entweder hinter dem Blatt oder
auch bei Kahlwild mit dem Kälberfang auf dem Stich. Mit dem Waidblatt wird
auch das Schloss aufgeschlagen. Das Absägen des Geweihes, Gehörns pp. wird
Abschlagen genannt. Man erlegt ein Stück Wild, bringt es zur Strecke,
streckt es gerecht oder legt Strecke, bricht es auf, zerwirkt es. Der Jäger führt seinen Hund
am Riemen, der an der Halsung befestigt ist. Er hängt mit dem Schweißhund
auf der Fährte des zur Hohen Jagd zählenden Wildes am Riemen nach. Der
Gebrauchshund sucht Niederwild frei verloren. Die Fährte kann warm oder
kalt sein. Der Jagdhund bringt das Huhn, den Hasen, Fuchs usw. Der Hund
steht im ersten, zweiten Feld, der Schweißhund hat ein, zwei, drei usw.
Behänge hinter sich. Der Hund ist fährtensicher, spursicher, auch
fährtenrein, er gibt Laut oder Hals, hat einen lockeren Hals, er kann
Totverbeller oder Totverweiser sein. Ein vielseitiger Jagdhund muss ein
guter Verlorenbringer sein, auch soll er gut vorstehen und hasenrein sein
und Hühnern nicht nachprellen. Krankes Schalenwild stellt der Hund, gibt
Standlaut. Vor längerer Zeit war
einmal in der Tagespresse ein Aufruf erschienen mit dem Inhalt, die Jäger
sollten nunmehr aufhören zu lügen, das Jägerlatein sei eines Jägers
unwürdig. Der größte Aufschneider aller Zeiten, Münchhausen, der uns seine
köstlichen Lügengeschichten geschenkt hat, über die Generationen von
Menschen gelacht haben, hätte sich im Grabe herumgedreht, wenn er diesen
Erguss gelesen hätte. Der köstliche Humor, der aus tausend unglaublichen
Jagdgeschichten klingt, der Schalk, der durch die Erzählungen fabelhafter
Jagdabenteuer lacht, der Witz, der darin liegt, einem in der Jagd
Unerfahrenen hanebüchene Geschichten aufzubinden - ist nicht unehrenhaft,
sondern "wo, daß sich die Balken biegen, der Oberförster herzhaft lügt",
dort sind echte Waidmänner zusammen. Die Seebären spinnen ihr Garn, die
Jäger erzählen Jägerlatein, d.h., sie geben lügenhafte, abenteuerliche
Jagdgeschichten zum Besten, die jedoch glaubwürdig dargestellt sein
müssen. Schönsten Ausdruck findet
die Freude und die Begeisterung des Jägers an Wald und Wild, an Hunde-Laut
und Hörner-Schall, am edlen Waidwerk in der jagdlichen Dichtung und im
Jägerlied. Das Jägerlied ist auch Volkslied. Mit diesem Zeichen verständigten sich die erfahrenen Jäger unauffällig miteinander, ohne daß Unberufene es merkten. Die Bruchzeichen sind aber auch geradezu Symbol der gerechten Jägerei. Die Sitte, das gestreckte Wild, den Leithund und sich selbst mit Brüchen zu schmücken, ist uralt. Schon Tristan schmückte sich nach der Jagd mit einem Lindenbruch und gab auch dem Jägermeister einen solchen. In den ältesten Verordnungen über die Jagd, in denen die Wildfolge behandelt wird, ist das Markieren der Stelle, an der das kranke Stück auf fremdes Gebiet überwechselte, durch Bruchzeichen vorgeschrieben. Dem männlichen Stück wird ein Bruch quer durch den Äser bzw. durch das Gebrech gesteckt, der so genannte "letzte Bissen". Dieser Brauch stammt aus der Frühzeit und bedeutet etwa so viel wie "Versöhnung mit dem erlegten Tier". Ein Bruchzeichen das heute noch allgemein bekannt ist, ist der Bruch des Erlegers (Schützen). Ursprünglich wurde nach der Erlegung eines Hirsches oder starken Keilers ein Bruch an den Hut gesteckt. Heute wird dem Erleger jedes Stückes Schalenwild ein Bruch überreicht. Hörnerschall und Hundelaut
sind untrennbar mit der Jagd verbunden. Das Jagdhorn ist ein
unentbehrliches Hilfsmittel auf der Jagd, es hat sich aus den Bedürfnissen
der Jäger von der Urzeit an entwickelt. Nicht nur der Schweißhundeführer,
wenn er auf langen Strecken der Nachsuche in einem fremden Revier von den
ihn begleitenden ortskundigen Jägern abkommt, sondern auch der Jagdleiter
braucht ein Jagdhorn, um Beginn und Ende der Treiben anzuzeigen und
Hinweise zur Verständigung für die Jagdteilnehmer zu geben. Deshalb müssen
die Signale einheitlich bekannt sein und in ihrer Bedeutung erfasst werden
können. Diese Voraussetzungen haben nicht zuletzt juristischen Belang im
Interesse der Sicherheit und Unfallverhütung. Das Jagdhorn der höfischen Jagd des 17. und 18. Jahrhunderts war das Parforcehorn mit seinen vielen Varianten. Es verlor zwischenzeitlich an Bedeutung, wird aber heute in der B-Stimmung bei besonderen Gelegenheiten zusätzlich verwendet. Es vermag mit fundierter Klangwirkung den Signalen und Fanfaren eine feierliche Ausstrahlung zu vermitteln. Vorbedingung ist natürlich, daß beim Blasen in der Gruppe auf eine saubere Stimmung der Instrumente untereinander geachtet wird. In der Pflege der Tot-Signale zeigt sich die Einstellung des Jägers zu dem von ihm gestreckten Wild, dem er mit dem Verblasen eine letzte Ehre erweist und es damit in eine innere und tiefere Beziehung zu sich selbst bringt. So ist das Jagdhornblasen niemals Selbstzweck, sondern ein lebendiger Teil der Jagdausübung und unseres jagdlichen Empfindens. Die Fürst-Pleß-Hörner und die Parforcehörner haben einen begrenzten Ton-Umfang. Die Noten sind in C (Dur) notiert, klingen jedoch in B (Dur), d.h. einen Ton tiefer, sind also B-Instrumente. Strecken und Strecke legen (TOP) Nach dem Aufbrechen wird das Wild gestreckt oder zur Strecke gelegt. Ein einzelnes Stück Schalenwild, das auf der Pürsch erlegt wurde, wird auf die rechte Seite gelegt, also Herzseite nach oben, beim männlichen Stück wird das Haupt durch einen Ast aufrecht gestellt, um so den Kopfschmuck besser zu zeigen. Alsdann wird das Stück mit dem Inbesitznahmebruch gerecht verbrochen. Um ein gutes Auslüften des Stückes zu sichern, steckt man in die Bauchhöhle einige sperrige Brüche hinein. Nach einer Treibjagd auf Niederwild (TOP) In der ersten Reihe liegen die Füchse, alle auf der rechten Seite, die Lunten nach oben gebogen. In der zweiten Reihe die Hasen, jeder zehnte ist eine halbe Hasenlänge vorgezogen, vom rechten Flügel anfangend; in der dritten Reihe Kaninchen; in der vierten Reihe die Fasanen und am linken Flügel der Fasanen diverses Flugwild, also etwa Schnepfen, Rebhühner, Tauben usw. Nachdem die Strecke gerecht gelegt ist und alles seinen Platz eingenommen hat , kann das Zeremoniell des Verblasens - es muss zu einem bewusst feierlichen Akt gestaltet werden - beginnen. Tottrinken und Schüsseltreiben (TOP) Der Jäger ist einem Trunk
im allgemeinen nicht abgeneigt. Von den ältesten Zeiten bis in unsere Tage
sind Trinksitten mit der Jagd verknüpft. Es gibt einen derben Jagdvers: Beim frohen Becherklang erlebt man noch einmal die ganze Jagd, bei Bier erzählt es sich besser und freier, bei Wein leuchten die Augen der Jungen vor Begeisterung, die der Alten in stiller Freude. Seit den ältesten Zeiten
haben Jagdtrophäen dem Menschen als Schmuck gedient: Von der Halskette des
Steinzeitmenschen aus Eberzähnen bis zur goldenen Hirschgrandelnadel. Es
entspricht jagdlichem Brauchtum, nichts zu tragen, was man nicht selbst
erbeutet hat, man schmückt sich nicht mit fremden Federn. Autor: Karl-Heinz Rahm |