Die Geschichte eines Jagdreviers

Im Mai 1998 wurde ich in einem 680 ha großes Mittelgebirgsrevier an der Nahe zum Mitpächter. Der Waldanteil beträgt ca. 40% und der Feldanteil beträgt ca. 60% . Die vorkommenden Hauptwildarten sind Schwarzwild und Rehwild als Standwild und Damwild als häufiges Wechselwild. Mit meinem gleichberechtigten Partner vereinbarte ich zunächst schriftlich eine interne Reviergrenze.

Damit war eine nach BGB rechtliche Grundlage geschaffen, in der jeder für sich und nach seinen eigenen Wünschen und Vorstellungen planen, bauen, jagen und wirtschaften konnte. In dem von mir übernommenen Revierteil durfte ich bei weniger als Null anfangen. Meine Maxime zum Perfektionismus war gefordert. In den kommenden zwei Jagdjahren errichteten meine Jagdkameraden und ich eine gemütliche Blockbohlenhütte, 20 geschlossene Kanzeln, 10 überdachte Leitern und 2 Erdsitze. Mit großem Maschinenaufwand und Erdbewegungen wurden 10 Wildäsungsflächen geschaffen.

Nicht zuletzt verteilte ich 20 Salzlecken und 5 Saukirrungen über meinen Revierteil. Mit Recht konnten wir auf das Geschaffene Stolz sein und brauchen den Vergleich mit einem von einem Berufsjäger geführten Revier nicht zu scheuen. Endlich konnten wir auch einmal jagen und aufatmen. Nach zwei Jahren Ruhepause eröffnete mir mein Mitpächter Ende Februar, dass er aus gesundheitlichen Gründen zum Ende des Jagdjahres 2002 aus dem Pachtvertrag ausscheiden würde. Wie heißt das schöne Lied von der Arbeit:

"Und jetzt wird wieder in die Hände gespuckt,...": Zusammen mit meinem Jagdaufseher Olaf, habe ich schon vor Übernahme des neuen Revierteils zum 1.April 2003 Bestandsaufnahme gemacht und die ersten Maßnahmen ergriffen. Wir installierten 20 neue Salzlecken und ein befreundeter Landwirt erhielt den Auftrag 5 neue Wildäsungsflächen zu pflügen. Aus beruflichen Gründen fehlte mir die Zeit im neu hinzugewonnen Revierteil ,dringend erforderliche neue Ansitzeinrichtungen komplett selber zu bauen. So habe ich mich dazu entschlossen, 23 vorgefertigte Leitern und 5 Kanzeln bei den Caritas Werkstätten in Trier zu bestellen. Nach 7 Monaten waren wir Ende November 2003 mit aller Arbeit im neuen Revierteil fertig. Ohne die tatkräftige Unterstützung aus der Jagdkameradschaft hätten wir diese Aufgabe sicher nicht so schnell bewältigen können. Mein besonderer Dank für das geleistete Engagement gilt den Jagdkameraden Olaf und Hubert. Wir sind stolz auf das Geschaffene und hoffen für die Zukunft wieder mehr Zeit für die Jagd zu haben. Seit dem 1. April 2005 habe ich wieder einen gleichberechtigten Mitpächter der in seinem Revierteil schalten und walten kann.

Nach einer 1 jährigen Eingewöhn- und Kennenlernen-Phase, die mit meinem holländischen Partner vereinbart war, hat er das gesamte Jagdrevier mit allen Einrichtungen zum 1.April 2006 komplett übernommen. Mein Nachfolger Herr Aart van der Weijden ist nun alleiniger Jagdpächter und hat sich der Jagdgenossenschaft gegenüber verbürgt das Jagdrevier auch zukünftig nach deutscher Waidgerechtigkeit zu führen und wird auch die von mir eingeschlagenen Wege der Hege weiter befolgen. Olaf Altvater wurde zum bestätigten Jagdaufseher berufen und Dieter Schumacher zum Oberjäger ernannt.

 

Für die freundliche Unterstützung und Genehmigung danke ich dem zuständigen Forstbeamten und dem Vorstand der Jagdgenossenschaft. Erfolgreich zu jagen, Schwachpunkte auszumerzen und das erarbeitete Niveau in den geschaffenen jagdlichen Einrichtungen zu erhalten, habe ich mir zur Verpflichtung gemacht. Die nachfolgende Bildergalerie soll Ausdruck und Beweis für diese Leistung sein. Getreu dem Geleitwort von Otto v. Riesenthal.